Konzept

Cosimo Konzept

Die hier vorliegende Konzeption bildet die Arbeitsgrundlage der Mitarbeitenden der Schulkindbetreuung der Carl Orff Schule Lindenfels. Sie soll unsere pädagogische Arbeit transparent machen und dient der Qualitätssicherung.

 

Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit

 

In der Arbeit mit Grundschulkindern müssen heute ganz andere Faktoren berücksichtigt werden als früher. Die Familienzusammensetzung und gruppendynamische Auseinandersetzung, in welchem Rahmen und in welcher Lebenswelt Kinder aufwachsen, hat sich erheblich verändert.

 

Dabei spielen die finanzielle Situation der Familie, der kulturelle Background, die Mediennutzung und auch individuelle und sozial-familiäre Faktoren eine erhebliche Rolle. Im Rahmen unserer Schulkindbetreuung bieten wir den Kindern abwechslungsreiche, altersgemäße und der Interessenlage entsprechende Beschäftigungs-, Bildungs- und Freizeitangebote. Unsere Arbeit soll eine sinnvolle Ergänzung von Schule und Familienleben sein und der ganzheitlichen Entwicklung der Kinder zu Gute kommen.

 

Grundlage unserer pädagogischen Ziele ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen BetreuerInnen und Kindern. Dabei ist es wichtig die individuellen Unterschiede, Interessen und Bedürfnisse der Kinder wahrzunehmen, sie ernst zu nehmen und ihnen zuzuhören. Es ist wichtig jedem Menschen offen und mit echtem Interesse an seiner Person zu begegnen. Wir wollen die Kinder auf einem Abschnitt ihres Lebensweges begleiten, sie fördern, ihnen Halt geben und sie je nach Situation und Bedürfnis unterstützen.

 

Unsere Schulkindbetreuung leistet einen Beitrag zur sozialen Erziehung. Die Kinder lernen sowohl in Kleingruppen als auch in der Gesamtgruppe angemessen, hilfreich und rücksichtsvoll miteinander umzugehen. Sie erleben Gemeinschaft und Unterstützung in einer verlässlichen Umgebung. Sie lernen Regeln zu beachten, eigene Stärken und Schwächen zu erkennen, Aufgaben zu übernehmen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Kinder benötigen Zeit und Raum, die wir ihnen vielfältig zur Verfügung stellen, denn erst dann können neue Ideen entstehen und verwirklicht werden. Kinder brauchen vor allem andere Kinder um miteinander und voneinander zu lernen. Dabei spielen die unterschiedlichen Altersgruppen, die in der Schulkindbetreuung aufeinander treffen, eine große Rolle, denn von dieser breiten Altersmischung profitieren sowohl die jüngeren als auch die älteren Kinder.

 

„Das Kind lernt im Austausch mit älteren bzw. jüngeren Kindern das Zusammenleben in einer unterschiedlich zusammengesetzten Gruppe. Durch die erfolgreiche Interaktion zwischen älteren und jüngeren Kindern erwirbt es vor allem ein erweitertes Spektrum sozialer Kompetenzen.“ (Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder, HSM/HKM, 2007)

 

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Förderung der Selbstständigkeit. Wir möchten den Kindern viele Erfahrungsmöglichkeiten bieten und geben, mehr Selbstregulierung zulassen, damit die Kinder lernen, eigene Strukturen zu entwickeln, ihre Bedürfnisse auszuleben und sich aktiv zu beteiligen. Neugierde zulassen, eigene Lösungswege finden und Dinge erkunden, dieser Freiraum für entdeckendes Lernen ist für Kinder wichtig.

 

„Sich ins Leben spielen.....“

 

In unserer Schulkindbetreuung kommt dem Spiel, besonders dem Freispiel eine große Bedeutung zu. Kinder haben einen außerordentlichen Einfallsreichtum und spielen mit eindrucksvoller Intensität, Ausdauer und Begeisterungsfähigkeit.

 

Freispiel bedeutet für Kinder ein hohes Maß an Selbstbestimmung. Sie entscheiden selbst darüber was sie spielen, mit wem sie spielen und wie lange sie spielen. Die Kinder lernen im Freispiel Eigeninitiative zu entwickeln, eigene Bedürfnisse zu erkennen und auch zu äußern, Freundschaften zu schließen, Fantasie und Kreativität zu entwickeln. Sie reden miteinander, treffen Absprachen, tauschen sich aus, gehen Kompromisse ein und müssen Konflikte bewältigen und lösen. Die Kinder handeln im Freispiel selbstständig, sie beobachten, probieren aus und suchen neue Herausforderungen. Das ermöglicht ihnen viele Erfahrungen zu machen und stärkt ihr Selbstbewusstsein.

 

Die Kinder erlernen im Spiel die für das Leben wichtigen Kompetenzen.

 

„Freie Spielprozesse sind immer auch Lernprozesse, denn Kinder lernen zumindest beiläufig durch Spielen. Das Spiel ist die elementare Form des Lernens.“ (HEB)


Neben dem Freispiel gibt es im Rahmen unserer Schulkindbetreuung aber auch vielseitige Anregungen und verlässliche Anleitungen. Den Kindern steht viel Platz für ihre Aktivitäten zur Verfügung, sowohl im Betreuungshaus als auch im Freien. Es gibt zuverlässige Spielräume, eine große Auswahl an altersgerechtem Spielzeug, Bücher, Mal- und Bastelmaterialien, durch die viele Anreize entstehen.

Zum Beispiel:

  • Förderung der Kreativität in den Spiel- und Bauecken, oder an den Mal- und Basteltischen...
  • Bewegung – in der „Tischkicker - Ecke“, an der Tischtennisplatte im Außenbereich, dem Schulhof, ... oder einfach im Freien...
  • Rückzugsmöglichkeiten in Ruhezonen wie zum Beispiel der Leseecke ...
  • Entspannung bei „Malen mit Musik“ in einer Kleingruppe

 

„Bewegung drinnen und draußen.....“

 

„Das Kind entwickelt Freude daran, sich zu bewegen und erlangt zunehmend mehr Sicherheit in seiner Körperbeherrschung. Seine Wahrnehmungsfähigkeit hinsichtlich des Sehens, Hörens und Fühlens sowie sein Gleichgewichtssinn werden mittels körperlicher Aktivitäten gestärkt.“ (HEB)

 

Bewegung ist nicht nur ein elementares Bedürfnis von Kindern sondern eine ganz wesentliche Voraussetzung für eine körperliche, geistige und soziale Entwicklung. Durch Bewegung erleben Kinder sich selbst und Andere. Deshalb ist es notwendig, dass vielfältige Bewegungsmöglichkeiten und attraktive Anregungen vorhanden sind. Die Bewegungserfahrungen, die Kinder auf diesem Weg sammeln, sind Grundlage für zielgerichtete Bewegungen sowohl bei alltäglichen als auch bei sportmotorischen Handlungen.


Es ist uns wichtig, dass sich die Kinder unserer Schulkindbetreuung jeden Tag bewegen und vor allem auch Zeit im Freien, draußen in der Natur, verbringen. Je nach Wetterlage gehen wir mindestens ein bis zwei Stunden täglich mit den Kindern ins Freie. Das Schulgelände mit Klettergeräten und Spielmaterialien, das Sportfeld, das Schwimmbad, Wiesen und Wälder rund um die Schule bieten hierzu vielfältige Möglichkeiten. Auch die Turnhalle der Schule steht uns zur Verfügung, sodass die Kinder auch bei schlechtem Wetter ihrem Bewegungsdrang nachgehen können.


Im nahe gelegenen Wald gibt es viele Gelegenheiten eigene Erfahrungen zu machen. So werden die Kinder in besonderem Maße für die Natur in ihrer unmittelbaren Umgebung sensibilisiert. Die Natur ist ein ganz bedeutender Erlebnisort. Die Kinder erfahren und erleben in welchem Rhythmus ein Jahr abläuft, lernen Flora und Fauna kennen, können mit gefundenen Naturmaterialien ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Sie bewegen sich über „Stock und Stein“, laufen, springen, balancieren, und trainieren auf diese Weise ihre grobmotorischen Fähigkeiten.


Weitere Bewegungsangebote wie zum Beispiel ein Spaziergang zum Spielplatz nach Schlierbach (Ortsteil von Lindenfels) oder zum Minigolf spielen nach Lindenfels, regelmäßige Schwimmbadbesuche oder Wald - Tage im Rahmen unserer Ferienbetreuung runden das Angebot ab.

 

Pädagogische Schwerpunkte bezüglich der Hausaufgabenzeit


Die lesedidaktischen Prinzipien, die in der Carl Orff Schule gelebt werden, führen wir selbstverständlich in unserer Hausaufgabenunterstützung weiter fort. Bei diesen Prinzipien werden Möglichkeiten zu eigenaktivem, selbstgesteuertem Lernen eingeräumt und es werden Erziehungsziele wie Selbstständigkeit, Selbstverantwortung, Initiative und Kreativität angesteuert und gefördert.


In einer lernförderlichen Arbeitsatmosphäre geben wir den Kindern unter Beaufsichtigung, Raum und Zeit, in Ruhe ihre Hausaufgaben zu erledigen. Die BetreuerInnen begleiten und unterstützen die Kinder bei ihren Aufgaben und stehen für inhaltliche Fragestellungen und Verständnisschwierigkeiten zur Verfügung.


Zusätzliches Lernmaterial, Nachschlagewerke sowie eine digitale Ausstattung runden das Angebot zur Förderung des eigenverantwortlichen Lernens ab. Die Hausaufgaben der Kinder auf Vollständigkeit und Richtigkeit zu überprüfen bleibt allerdings in der Verantwortung der Eltern.

 

Mittagessen

 

„Essen als Genuss mit allen Sinnen erleben“, „Sich eine Esskultur und Tischmanieren
aneignen und gemeinsame Mahlzeiten als Pflege sozialer Beziehungen verstehen“. (HEB S.61)

 

Diese Ziele, die im Hessischen Bildungs- und auch Erziehungsplan veröffentlicht sind, spielen für uns eine große Rolle, denn das Mittagessen nimmt in unserer Schulkindbetreuung einen bedeutenden Raum ein. In einer zwanglosen, entspannten Atmosphäre essen Kinder und BetreuerInnen zusammen in festen zugeordneten Räumen. Diese gemeinsame Essenssituation bietet Gelegenheit zur Kommunikation, die für die Beziehungsebene sehr wertvoll ist. Verschiedene Gruppentische, deren Zusammensetzung immer wieder variiert, schaffen eine positive Atmosphäre und Raum für Gespräche, Informationsaustausch und ermöglicht gleichzeitig auch den Genuss der Mahlzeiten.


Die Qualität des Essens und das Verpflegungsangebot ist uns sehr wichtig, denn dies beeinflusst die körperliche und geistige Entwicklung und trägt zur Förderung des Wohlbefindens bei. Unserer Caterer „ Zum Hannes“ berücksichtigt in seine Speiseplanung Wünsche und Bedürfnisse der Kinder, sodass die angebotene Verpflegung sehr abwechslungsreich ist.


Ungünstige Ernährungssituationen, die in einigen Familien vorkommen, können durch die Verpflegung in der Schulkindbetreuung z. T. aufgefangen und ausgeglichen werden.


Wir betrachten das gemeinsame Essen von Kindern und BetreuernInnen auch als pädagogische Aufgabe, in der Vorbildfunktion übernommen wird und Verhaltens- und Kommunikationsregeln vermittelt werden können.

 

„Ferienbetreuung ...“

 

Auch während unseren Ferienbetreuungszeiten gestalten wir ein abwechslungsreiches und interessantes Programm. Damit ist für Kinder und Eltern die Verlässlichkeit und die gewohnte pädagogische Qualität aus der Schulkindbetreuung während der Schulzeit auch für die Ferienzeit gewährleistet.


Die Ferien sind eine Zeit der Erholung und Entspannung, in der die Kinder frei haben sollen und dürfen und viel selbstbestimmt gestalten können. Unabhängig vom Schulalltag und dem ständigen Blick auf die Uhr können wir in diesem Zeitraum noch intensiver auf individuelle Wünsche und Bedürfnisse der Kinder eingehen. Projekte und Aktivitäten, für die außerhalb der Ferien sonst wenig Zeit bleibt, nutzen wir für besondere Gruppenerlebnisse. Viele Bewegungs- und Beschäftigungsangebote, vor allem aus der Freizeit- und Erlebnispädagogik stehen im Mittelpunkt. In entspannter Atmosphäre wird gemalt, gebastelt oder gespielt. Unsere Ausflüge und Aktivitäten oft in Zusammenarbeit mit verschiedenen Vereinen oder Institutionen sind besondere und beliebte Highlights.


Den größten Teil unserer Ferienaktivitäten und Ausflüge bestreiten wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn. Das ist nicht alltäglich und macht Spaß. Damit achten wir auf unsere Umwelt und schulen gleichzeitig das Verhalten im Straßenverkehr. Das Miteinander und das „Auf einander achten“, ist unser Motto nicht nur an den Ferientagen.

 

Integration

 

„Unabhängig von der jeweiligen Entwicklungsvoraussetzungen und Bedürfnissen hat jedes Kind den gleichen Anspruch darauf, in seiner Entwicklung und seinem Lernen angemessen unterstützt und gefördert zu werden. Es soll darin gestärkt werden, sich zu einer eigenverantwortlichen Person zu entwickeln“(HEB, S.52)


Eine integrative Bildung, Erziehung und Betreuung kann zu einer alltäglichen Lebenserfahrung werden und kann zur Erweiterung der sozialen Fähigkeiten und Kenntnisse der Kinder beitragen.

 

Alle Kinder, mit und ohne Beeinträchtigung, sollen in unserer Schulkindbetreuung Raum für Lern- und Spielerfahrungen erhalten.


Im gewohnten Umfeld miteinander leben, lernen und spielen, auf diese Weise kann gegenseitig Aufmerksamkeit geweckt, soziales Lernen unterstützt und gefördert werden. So entsteht ein besonderes Gefüge aus Menschen mit individuellen Stärken und Schwächen, die voneinander profitieren und gemeinsam Erfahrungen sammeln können.

 

„Gemeinsam geht es besser“ – Zusammenarbeit mit den Eltern

 

Das Betreuungsangebot für Schulkinder ist eine Ergänzung der elterlichen und schulischen Erziehungs- und Bildungsarbeit. Daher ist eine gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schule und Betreuungseinrichtung erforderlich und wünschenswert.


Ein bedeutender Aspekt unserer Arbeit ist es, die Eltern bei ihrer Erziehung zu unterstützen und den Bildungs- und Entwicklungsprozess der Kinder so gut wie möglich zu begleiten und zu fördern. Für das Wohlergehen der Kinder ist es notwendig, dass zwischen den Eltern und dem pädagogischen MitarbeiternInnen eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Atmosphäre besteht.


Als offener Ansprechpartner stehen wir jederzeit zur Verfügung und bei Problem- und Fragestellungen möchten wir Unterstützung anbieten. Wir treten mit Eltern in Kontakt, um uns offen über das Kind auszutauschen oder zu beraten. Das fördert die gegenseitige Akzeptanz und das gegenseitige Vertrauen. Wünsche, Bedürfnisse und Kritik werden ernst genommen, denn wir möchten gemeinsam mit den Eltern im Interesse und zum Wohle des Kindes handeln.


Wir erleben die Kinder im Alltag und beobachten Entwicklungsprozesse, die Art des Lernens, erkennen Stärken und Schwächen und wo eventuell Unterstützungsbedarf notwendig ist. Um den Informationsaustausch zu fördern und Transparenz zu schaffen informieren wir die Eltern durch: Telefon-, Anmelde- und Aufnahmegespräche, Elternbriefe, Tür- und Angelgespräche, bei Bedarf Elterngespräche mit dem Fokus auf die Entwicklung des Kindes und einem Besuch des Elternabends der an der Carl-Orff- Schule angeboten wird.